David Bowie Ausstellung im Martin Gropius Bau

14-06-26-david-bowie_800x800

Seit dem 20.Mai 2014 läuft nun die David Bowie Ausstellung im Martin Gropius Bau. Die Ausstellung wurde zuvor im Londoner Victoria Albert Museum gezeigt. Nun tummeln sich lange Schlangen vor dem Martin Gropius Bau in Berlin-Kreuzberg. Und das zu Recht.

Die Ausstellung um David Bowie bietet visuelle und informative Klasse. Diverse Filme, Musikvideos, Auszüge aus musikalischen Aufzeichnungen und mannigfaltige Kostüme Bowies präsentieren dem Publikum einen umfassenden Einblick in die Karriere des einzigartigen Künstlers.

Auf das Audiosystem sollte nicht verzichtet werden

Die Musik ist stets ein zentrales Element und wurde bei der Konzeption der Ausstellung durch ein mobiles Audiosystem zusätzlich unterstützt. Besucher werden im richtigen Moment mit Tonbeiträgen oder Musik über Kopfhörer durch die Ausstellung geleitet.

Bis zum 10. August ist die Ausstellung noch in Berlin. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, können Tickets online unter www.davidbowie-berlin.de geordert werden. Veranstalter der Ausstellung ist die internationale Kommunikationsagentur Avantgarde.

David Bowie erblickte am 08.Januar 1947 als David Robert Jones im Londoner Stadtteil Brixton das Licht der Welt. Seine Kindheit war eher unglücklich.

Aus seiner schwierigen Kindheit heraus begann Bowies Faszination für die Musik. Seine Anfänge machte er mit 15 Jahren bei der Band „The Konrads“ als Saxophonist und Sänger. Im selben Jahr erlitt Bowie bei einer Schlägerei mit einem Freund um eine Frau eine traumatische Mydriasis im linken Auge – eine starre und geweitete Pupille.

Aller Anfang ist schwer

Der Erfolg mit der Band „The Konrads“ und einigen weiteren Projekten blieb aus. Bowie entschied sich 1967 mit Pantomime Lindsay Kemp zusammenzuarbeiten. Beide waren voneinander inspiriert. Erfahrungen, die er bei Lindsay Kemp sammeln konnte, hatten David Bowie dazu gebracht, seine Vielseitigkeit zu entdecken und sein Selbstbewusstsein neu zu erfinden. Inspiration bezoger von sämtlichen Dingenin seinem direkten Umfeld. Zu diesem Zeitpunkt nannte er sich bereits „Davy Jones“. Als aber die Band „The Monkees“ 1966 mit ihrem Frontmann „Davy Jones“ für Aufsehen sorgte, musste ein neuer Künstlername her. In Anlehnung an das Bowie-Messer, welches einem US-amerikanischen Pionier benannt wurde, hieß er seitdem David Bowie.

Auch mit seinem Debütalbum im Jahr 1967 blieb der Erfolg aus. Zwei Jahre später veröffentlichte er die Single Space Oddity – eine Ballade, die von einem Astronauten namens Major Tom handelt. Aus Unsicherheit suchte sich Bowie stets verschiedene Figuren, um seine Emotionen und Gedanken auszudrücken. Mit Space Oddity erreichte er Platz 5 der britischen Charts und schaffte somit seinen Durchbruch. Im März 1970 heiratete er das Model Mary Angela Barnett und ein Jahr später wurde ihr gemeinsamer Sohn Zowie geboren.

David Bowie war anders als die anderen Künstler. Er war ein Beobachter seiner Umwelt, ließ sich inspirieren, kopierte und kombinierte – er schockierte. Sein androgynes Auftreten war für die Öffentlichkeit ungewohnt, zog aber damit eine Menge Aufmerksamkeit auf sich und die Band. Gleichzeitig kämpfe er auch mit der Missachtung der Gesellschaft.

David Bowie war fasziniert von Amerika und das brachte ihn dazu einen Abstecher nach New York zu machen. Seine Absicht war es, Andy Warhol und Lou Reed anzutreffen. Bowie war damals noch unbekannt in der amerikanischen Musikszene, schaffte es aber trotzdem Warhol zu Gesicht zu bekommen. Angeregt von der musikalischen Avantgarde in New York und der Welt um Andy Warhol, fand er seine musikalische und visuelle Richtung und setzte mit Hunky Dory ein Zeichen. Oh! You Pretty Things ist ein Titel des Albums.

Ein Mann mit vielen Gesichtern

1972 schockierte Bowies Album The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars.Seine Rolle als Ziggy Stardust war geboren. Das Album erzählt die Geschichte eines androgynen außerirdischen Rockstar, der versucht mit Musik die Welt zu retten. Optisch ließ sich Bowie durch dieJugendbande aus dem Film A Clockwork Orange inspirieren und kopierte die knallrote Frisur eines Models. Zu sehen ist das unter anderem bei seiner Live-Performance zu Starman. Mit diesem Album wurde David Bowie zur Ikone des Glam-Rocks, es brachte die Öffentlichkeit in Aufruhe und er erlangte den kommerziellen Erfolg.

Bowie wollte mit seinen Performances überraschen und der Fantasie die Türen öffnen. Er symbolisierte mit seinem Auftreten, dass einfach nichts unmöglich war und Anpassung für ihn ein Fremdwort ist. Er war anders und inspirierte damit seine Fans – sie fingen an zu kopieren, zu experimentieren und erfanden sich wie Bowie neu. Musikalisch zeichnete er sich unter anderem durch einfache und interessante Rhythmen/Motive aus. Natürlich nicht zu vergessen ist seine Band, die ihm stets musikalisch zu kreativem Input verholfen hatte.

Ihr Manager Tony Defries, schickte die Band im September 1972 auf eine kostspielige Tour durch Amerika. Alles fand im großen Stil statt. Die Beziehung zu seiner Frau litt unter dem Wahnsinn, der um ihn herum entstand, brachte aber den nötigen Erfolg und Schlagzeilen.

Mit Ziggy Stardust ließ sich Bowie von Drogen in den Bann ziehen. Er nahm stark ab und kreierte in dieser Zeit das Album Aladdin Sane. Es beschreibt den Zustand in dem Bowie sich zu diesem Zeitpunkt befand. Persönlichkeitsstörungen, die ihn bereits von beginn an familiär begleiteten, machten sich nun stärker bemerkbar – er fing an durchzudrehen. Seine Welttournee zog er trotz Zusammenbruch weiter durch. Alladin Sane gelang auf Platz 1 der Charts. Die Freude hielt sich in Grenzen, denn er hatte das Gefühl nur noch Ziggy Stardust zu verkörpern. Seine Fans schockierte er mit der Aussage: „Dies ist nicht nur das letzte Konzert dieser Tour, es ist unser letztes Konzert überhaupt.“ Er wollte die Rolle des Ziggy Stardust beenden. Ziggy blieb weiterhin Inspiration für Musiker und unter anderem auch für das Glam-Rock-Musical The Rocky Horror Show. Im Juli 1973 waren 5 seiner Alben gleichzeitig in den Top 40.

David Bowie erfand für sich eine Kreativtechnik, die ihm verhelfen sollte auch in Themengebiete einzusteigen, auf die er von selbst nicht kommen würde. Ein paar Songs sind so entstanden. David Bowie ging im Anschluss auf die Diamond Dogs-Tour, zu dem Zeitpunkt hatte er schon große finanzielle Schwierigkeiten. Er wollte mit dieser Tour sämtliche Elemente der Kreativität verknüpfen und legte ein riesiges Spektakel hin. Die Kosten für seine Tour und das Drumherum waren nur viel zu hoch, sodass Tony Defries weitere Konzerte in London strich. Bowie wusste nicht, dass bereits zu diesem Zeitpunkt seine Einnahmen hauptsächlich für die Vorschüsse, die Defries von RCA Records bekommen hatte, investierte. Er fühlte sich hintergangen, denn er war in dem Glauben, zu 50 Prozent Teilhaber der Mainman Management zu sein – dem war aber nicht so.

Höhen und Tiefen machten bereits das ganze Leben von David Bowie aus. Seine finanzielle Situation wurde schlimmer und er geriet immer tiefer in die Drogensucht – in einem Interview wird von einer weißen Phase gesprochen – er nahm Koks und trank Milch. Einen Stillstand in der künstlerischen Phase gab es für ihn nicht. Bowie fing an, an dem Album Young Americans zu arbeiten. Das Album war eine Mischung aus Soul und Blues. Ein Großteil der Songs wurden innerhalb von 9 Tagen produziert, unter anderem aufgrund seines starken Kokain Konsums.

David Bowie arbeitete mit John Lennon an dem Titel Fame – er umschreibt die Situation, in der er sich mit Manager Tony Defries befand. Die Single landete auf Platz 1 der Amerikanischen Charts. John Lennon half Bowie, den Vertrag mit Defries zu beenden. Ein weiterer Tiefpunkt folgte dann 1975 in Los Angeles. Die Drogensucht wurde immer schlimmer und lies seine Situation eskalieren. Er widmete sich der Schauspielerei und pausierte mit der Musik. So übernahm er die Hauptrolle in dem Film Der Mann, der vom Himmel fiel.

1976 brachte er sein nächstes Album Station to Station raus, welches unter anderem den Hit Golden Years beinhaltete. Mit dem Album wurde die Rolle des The Thin White Duke geboren, eine Figur mit einem komplett anderen Look als Ziggy Stardust. Bowies finanzielle Situation verbesserte sich.

Das Leben schreit nach Veränderung

Bowie begab sich nach Berlin und die Hauptstraße 155 in Schöneberg sollte seine neue Anschrift sein. Er hatte eine besondere Beziehungen zu dieser Stadt. Letztendlich beschrieb das geteilte Berlin das, was Bowie auch schon in seinen Texten festhielt. Persönlichkeitsstörungen und Geisteskrankheiten waren Themen, die ihn unter anderem aufgrund seines familiären Backgrounds begleiteten. Er versuchte in Berlin seiner Drogensucht zu entkommen und war experimentierfreudig in Puncto auf die Musik. Er produzierte das Album von Iggy Pop The Idiot. Kurze Zeit später veröffentlichte er seine gefühlvolle Platte Low, sie sollte anders als das Übliche auf dem Markt sein. Das Album war nicht sonderlich erfolgreich, brachte ihn aber auch nicht davon ab, zwei weitere Alben zu veröffentlichen. So schrieb er den Meilenstein Heroes in Berlin. Er begann sich auch wieder der Malerei zu widmen, denn sein Drang, etwas Kreatives entstehen zu lassen, war immer groß. Er versuchte, einen anderen Weg zu gehen und begann sich von seinem alten Leben zu distanzieren. Seine Ehe ging weiter in die Brüche. Angela Barnett versuchte, Suizid zu begehen und Bowie machte sich Gedanken um das gemeinsame Kind. Das Paar ließ sich 1980 scheiden.

Bowie übernahm das Sorgerecht für seinen Sohn. Die alleinige Verantwortung half Bowie seinen Kampf gegen die Drogen Stück für Stück zu gewinnen. Im Herbst ging er dann nach New York und spielte die Rolle des Elephant Man – ein Theaterstück am Broadway. Die Rolle war keine einfache, denn er spielte in dem Stück einen Mann mit Behinderung. Während der Zeit am Theater veröffentlichte er sein 17. Album Scary Monsters and Super Creeps, welches die grandiose Single Ashes to Ashes mit sich brachte. Das Video zu Ashes to Ashes sollte der revolutionäre Grundstein für den Beginn der Rock-Videos sein.

Als John Lennon noch im Dezember desselben Jahres vor seiner Unterkunft erschossen wurde, war das für David Bowie ein großer Schock. Er verließ New York und ging zurück in die Schweiz.

1982 unternahm sein Bruder Terry einen Selbstmordversuch, Bowie hatte sich zu diesem Zeitpunkt wieder der Schauspielerei gewidmet und spielte einen Vampir in dem Film Begierde. Er reiste sofort zu seinem Bruder.

1983 begann Bowie in dem Film Merry Christmas Mr. Lawrence das Geschehene zu verarbeiten, er spielte einen Soldaten mit Schuldgefühlen, der seinen kleinen Bruder verlassen hatte. Bowie hatte sich mittlerweile in der Schauspielszene einen Namen gemacht.

Eine andere Geschichte

Zurück in der Musik schockierte er direkt seine Fans, da er sich dem Mainstream widmete. Bowie unterschrieb einen 5 Jahres Vertrag bei EMI. Lets Dance wurde auf MTV rauf und runter gespielt und erreichte Platz 1 in den Charts. Aber auch China Girl und Modern Love waren zwei Titel, die zusammen auf dem Album veröffentlicht wurden. Seine Fangemeinde wuchs immer mehr. Bowie genoss den Andrang um seine Person und auch sein neues Image. Er schrieb die ersten Texte, wie Tonight, die das beinhalteten, was das Publikum hören wollte – er schwamm mit dem Strom und nicht mehr gegen ihn. Bowie blieb sich selbst nicht treu und das bemängelten seine Kritiker.

1985 erlitt Bowie den nächsten Schlag – sein Bruder hatte einen zweiten Selbstmordversuch in Angriff genommen, der ihm dieses Mal glückte. David Bowie fiel in Trauer und zog sich zurück. Trotz dieses schweren Verlustes, engagierte er sich noch im selben Jahr für Live Aid und drehte zusammen mit Mick Jagger sein Video Dancing in the Street.

1986 ging er wieder zurück zur Schauspielerei. Er spielte eine Rolle in Absolute Beginners und in Labyrinth, beide Filme brachten ihm nicht den gewünschten Erfolg. So ging Bowie auf die Mainstream Tour Glas Spider und machte mit seiner Bühnenshow eine Menge Tamtam um nichts. Bowie verließ den Mainstream und widmete sich wieder seiner Eigensinnigkeit – 1988 gründete er die Rock`n`Roll Band Tin Machine. Viele nahmen das Projekt nicht ernst, aber Tin Machine verhalf Bowie den Weg wieder zurück in die Musik zu finden. Nach zweijähriger Beziehung mit der Tänzerin Melissa Hurley, lernte Bowie 1990 das Model Iman kennen und verliebte sich sofort in sie. Sie heirateten 1992 in der Toskana.

1993 veröffentlichte Bowie sein Album Black Tie White Noise. Es beinhaltete unter anderem den Titel Jump they say, welches auf den Selbstmord seines Bruders anspielte. 1994 stand wieder Kunst auf dem Programm – er fing an Bilder zu malen und war mittlerweile ein angesehener Mann in der Branche.

Outside hieß seine neue Platte, welche sich um Kunst und Mord drehte. Bowie schlüpfte wieder in verschiedene Rollen und erstellte eigenen Figuren zu seinen Songs. Ganz unbedacht gegenüber seiner Band, ging er zusammen mit Nine Inch Nails auf Tour. Die Reaktionen waren wie erwartet verschieden, der kommerzielle Erfolg blieb aus.

Das nächste Album namens Earthling landete mit Little Wonder einen Top-20-Hit, Bowie bekam kurz danach einen Platz in der Rock`N`Roll Hall of Fame. In einem Interview sagt ein Photograph über ihn, dass Bowie stets im Hier und Jetzt lebt, die Medien ihn jedoch immer wieder dazu zwingen in die Vergangenheit zu blicken. Zusammen mit seiner Frau erwartete er eine Tochter. Für ihn war es der Moment, um sich eine Auszeit zu nehmen und sich um das Wohlbefinden seiner Tochter zu kümmern – er war glücklich.

2002 veröffentlichte er Heathen. Die erste Singleauskopplung auf seinem Album war Slow Burn und kurz danach kam die Zusammenstellung The Best Of Bowie raus. Sein Comeback feierte er als Hauptakt auf der Area 2 Tour.

David Bowie hatte wieder festen Boden unter den Füßen erlangt und einen großen Einfluss auf viele Bands in der Musikgeschichte genommen. David Bowie ist und war stets ein Vorreiter, er veränderte sich, aber blieb sich treu. Er ist jemand, der schnell einen Trend erkennt und einen neuen ganz eigenen Stil entwickelt. Bowies Neugierde ist grenzenlos – er ist gnadenlos. Seine Geschichten hat er verpackt in der Musik, Kunst und Schauspielerei. Und das macht ihn zu dem, der er ist.

2004 litt er nach 2 Auftritten unter Schulterschmerzen und hatte fast einen Herzinfarkt. Man hörte von Bowie 9 Jahre nichts bis er sein Studioalbum The Next Day veröffentlichte.

2013 kam Where Are We Now raus – eine Hommage an Berlin. 2014 nun die Retrospektive in Berlin – man kann gespannt sein, ob und was als nächstes kommt.

Kommentar

 Chapeau, Mr. Bowie!

LEAVE A COMMENT

UA-109216415-1