Ein Herbsttag im vergessenen Spreepark



Der Spreepark im Plänterwald - ein Freizeitpark der zu Berlin mit seiner Geschichte passt. Sie ist verrückt, traurig, hoffnungslos, bunt und anders.

 

Der Spreepark liegt im Berliner Stadtteil Treptow Köpenick und war schon zu DDR-Zeiten der Rummel im Osten. Meine Kindheit verbrachte ich in der Platte und den ein oder anderen Ausflug in den Berliner Spreepark durfte ich auch genießen. Der Park war schon immer klein, aber er war in Berlin und das machte ich ihn zu etwas Besonderem. In meinem Kopf sind Erinnerungen an die gute alte Zeit im Plänterwald. Ob nun im Flic FlacSpiderSpreeblitz oder auch im Fliegenden Teppich.


Mit dem plötzlichen Ausstieg 2002 der Schaustellerfamilie Witte, hatte damals keiner gerechnet. Mit 6 Fahrgeschäften wanderte Norbert Witte mit seiner Familie nach Peru aus und hinterließ einen Berg voller Schulden. Lima sollte der neue Lebensmittelpunkt der Familie Witte werden. Doch ein Jahr später scheiterte der Versuch des Neuanfangs.

 
Nicht alles was weiß ist, ist Schnee... 

Die traurige Geschichte nahm so 2003 seinen Lauf. Gesundheitliche Probleme begleiteten Norbert Witte und waren Grund für seine kurzfristige Rückreise nach Deutschland. Zeitgleich sollte der Fliegende Teppich noch mal eine große Rolle spielen - allerdings nicht in einem schillernden Freizeitpark, sondern bei dem Versuch über 150 Kilogramm Koks von Peru nach Deutschland zu schmuggeln. Den Kopf musste hauptsächlich der 23 jährige Sohn der Familie hinhalten. Marcel Witte sitzt bis heute hinter Gittern in Peru. Norbert Witte erlitt mehrere Herzinfarkte und bekam aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme nur 7 Jahre Haft. 2008 wurde er vorzeitig entlassen.


Und der Spreepark?

In Kurzfassung: Er scheint vergessen. Führungen, Permakultur, interessierte Veranstalter und Investoren, das alles waren Versuche dem Spreepark wieder Leben einzuhauchen. Doch Vandalismus und der Brand im Jahr 2014 im Themengebiet Alt England scheinen einem mal belebten Ort den Rest zu geben. Das Riesenrad dreht sich mit qualvollem Getöse im Wind. Man kann nur noch erahnen, wo Kinder und Erwachsene einst belustigt durch die Gegend liefen und Achterbahn gefahren sind.


Mittlerweile hat das Land Berlin das Gelände zurück erworben. Ein großer Zaun grenzt das Gebiet ein. Aus dem Gebüsch sieht man neugierige Köpfe blitzen. Führungen gibt es keine mehr und das benachbarte Eierhäuschen ist auch umringt von Zäunen.  


Die große Frage, was passiert nun? Wird dieser Ort weiterhin nur ein Ort der Erinnerung bleiben? Oder kann in irgendeiner Form das Alte mit neuem verknüpft werden? Und wird der Spreepark eines Tages wieder für die Allgemeinheit zugänglich werden?


Was verbindet euch mit dem Spreepark? Und was wären eure Visionen?

 
Quellen und weitere Details unter:

http://www.berliner-spreepark.de/ueber-den-park/chronik/2002-heute-geschlossen

http://www.taz.de/!t5035703/


Eine schöne Impression mit bewegtem Bild & absolut sehenswert ist der Dokumentarfilm Achterbahn (D 2009)  von Peter Dörfler :

 

 





LEAVE A COMMENT

UA-109216415-1